IT-Sicherheit: Die Wirtschaft fordert strengere Regeln vom Staat

Der TÜV-Verband wollte es beim Thema IT-Sicherheit ganz genau wissen. Und hat deshalb beim Meinungsforschungsinstitut Ipsos eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben. Befragt wurden insgesamt 503 Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern.

Das Ergebnis fiel ebenso eindeutig wie überraschend aus: So sprachen sich ganze 47 Prozent der befragten IT-Sicherheitsverantwortlichen, IT-Leiter und Mitglieder der Geschäftsleitung für höhere gesetzliche Anforderungen aus.

IT-Sicherheit für alle

Ein Ergebnis, mit dem nicht einmal der Präsident des TÜV-Verbands, Michael Fübi gerechnet hätte: “Die Unternehmen geben ein überraschend starkes Votum für eine stärkere gesetzliche Regulierung der IT-Sicherheit in der Wirtschaft ab.”

Fübi fordert entsprechende Maßnahmen. Und zwar Mindeststandards für die IT-Sicherheit in sämtlichen Wirtschaftsbereichen. Also nicht nur für die Betreiber kritischer Infrastrukturen, wie bisher geplant.

Bedeutung nimmt zu

Die Gründe für den klaren Wunsch nach strengeren Regeln liegen auf der Hand. Zum einen sind es eigene Erfahrungen mit Cyberkriminalität, zum anderen die digitale Transformation. So gaben 77 Prozent der befragten Firmen an, dass die Bedeutung von IT-Sicherheit in den vergangenen fünf Jahren zugenommen habe.

Dennoch wird das Thema IT-Sicherheit mancherorts noch unterschätzt. Befragt nach der Rolle von IT-Sicherheit für ihr Unternehmen antworteten immerhin 14 Prozent der Unternehmen, dass diese nur “eine kleine oder überhaupt keine Rolle” spielt.

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Teure Sicherheitslücken

Dass es sich dabei um eine folgenschwere Fehleinschätzung handeln kann, belegen folgende Zahlen der Studie: So gaben 29 Prozent der Befragten an, in den vergangenen Jahren einen IT-Sicherheitsvorfall im eigenen Unternehmen gehabt zu haben. Bei 13 Prozent war das sogar innerhalb der letzten zwölf Monate der Fall.

Die negativen Folgen sind vielschichtig. 41 Prozent der Betroffenen beklagten finanzielle Schäden. Fast jeder Dritte konnte Kunden seine Dienste zeitweise nicht zur Verfügung stellen. 12 Prozent meldeten einen Imageschaden.

6 von 10 haben kein Budget

Ein eigenes Budget für IT-Sicherheit gibt es nur bei 40 Prozent der befragten Firmen. Also nicht einmal in jedem zweiten Unternehmen. Besonders alarmierend: 32 Prozent gaben an, dass “bestimmte Risiken” in diesem Sektor sogar bewusst in Kauf genommen werden.

Fazit

Das Thema IT-Sicherheit gewinnt in der modernen, digitalisierten Arbeitswelt immer mehr Bedeutung. In den Fachabteilungen hat man diesen Umstand längst erkannt. Bis in alle Führungsetagen hat sich der Wert einer effektiven IT-Sicherheit jedoch noch nicht im nötigen Ausmaß herumgesprochen. Mit der kuriosen Folge, dass sich mittlerweile fast jeder zweite IT-Entscheidungsträgern nach strengeren Regeln durch den Gesetzgeber sehnt. Warum? Damit das eigene Unternehmen von außen zu seinem Glück – nämlich besserer IT-Sicherheit – gezwungen wird.

By |2019-11-07T13:07:10+00:0005 / 11 / 2019|BLOG|

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Michael Plos
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